Wie jedes Jahr findet am dritten September-Freitag der PARK(ing) Day statt. Dieses Jahr am 18. September ab 11:30 Uhr wollen wir vom VCD wieder mitmischen; wir sind mit dabei bei Aktionen am St.-Anna-Platz bei der U-Bahn, Nähe St.-Anna-Str. 13. Schaut doch einfach vorbei!
In einer kurzen Zusammenfassung stellte Christoph von Gagern vom VCD KV München die Inhalte und Ziele des Bürgerbegehrens vor. Die drei Ziele sind: Flächendeckendes Baumnetz, Begrünung und Kühlung besonders belasteter Hitzequartiere, und Schaffung neuer Baumstandorte. Dies soll bis 2040 umgesetzt sein. Über 50 000 Unterschriften konnten beim Bürgerbegehren gesammelt werden, deutlich mehr als die benötigten 33 000. Es ist zu erwarten, dass der Stadtrat das Begehren entweder vollumfänglich oder leicht modifiziert übernimmt.
Jedoch kann es bei der Umsetzung zu Konflikten kommen. Die Finanzen sind ein wesentlicher Aspekt, möglicherweise können Fördermittel verwendet werden. Baumpflanzungen dürfen nicht mit der Mobilitätswende konkurrieren, wo für mehr Infrastruktur für den Fuß- und Radverkehr auch Flächen im öffentlichen Raum gebraucht werden. Zudem wird es Jahrzehnte dauern, bis die Baumkronen groß geworden sind und ihre Wirkung für Schatten und Verdunstung entfalten.
Die lebhafte Diskussion griff viele der Punkte auf und ergänzte sie mit Beispielen. So wurden in Straßburg beim Bau neuer Tramanlagen großzügige Baumpflanzungen gemacht. In Würzburg konnte sich schon kurz nach der Pflanzung von Linden der kühlende Effekt einstellen. In Mendoza (Argentinien) wurden Kanäle in die Straßen integriert, mit deren Hilfe Bewässerung stattfinden kann. In Madrid gibt es ein eigenes Versorgungsnetz mit Brauchwasser für die Bewässerung des Grüns.
Die Erwartungen in den Erfolg des Bürgerbegehrens sind gedämpft durch die Befürchtung, dass es bei der Umsetzung zu Verzögerungen und Interessenskonflikten kommt. Diese Skepsis hinsichtlich dem politischen System wurde von verschiedenen Seiten geäußert.
Interessant war auch die Diskussion um den Schutz der Baumscheiben. Da generell der Wurzelbereich in etwa die Größe der Krone hat, muss er vor Verdichtung durch parkende Autos und ähnlichem geschützt werden. Leider gibt es negative Beispiele, wo die Ordnungsbehörde dies nicht berücksichtigt. Auch über die Größe der Baumgruben wurde gesprochen und der Aspekt eingebracht, dass eine große Grube ja auch einen Wasserspeicher darstellt.
Aus den verschiedenen Bezirksausschüssen kamen dann noch Beobachtungen, dass beantragte Pflanzungen nur schleppend umgesetzt werden, und dass damit Bürgeranträge oft in der Prioritätenliste weit nach hinten rutschen. Es scheint wichtig zu sein, die Entsiegelung der Flächen weiter voranzutreiben, und auch die Bedeutung des Denkmalschutzes zu relativieren. Gegenüber den Bedürfnissen in Zeiten des Klimawandels darf er nicht mehr Entscheidungen dominieren.
Herzliche Einladung zur VCD-Radltour auf dem Äußeren Radlring
Treffpunkt am Sonntag, 27. September 2026 an der Eisdiele Gelatobi am Thalkirchner Platz, Abfahrt pünktlich um 11 Uhr! Bitte deshalb rechtzeitig vor Ort sein!
Von da aus erkunden wir den Äußeren Radlring im Uhrzeigersinn.
12 Uhr Mittagessen in der Schlossgaststätte Blutenburg.
Hier können Nachzügler*innen dazustoßen.
13:30 Uhr Weiterfahrt
15:15 Uhr Ankunft beim Haus am See im Zamilapark
Abschluss und Ausklang
Auch hier können Leute, die eher am gemütlichen Teil der Veranstaltung interessiert sind, gern wieder dazukommen.
Wer danach noch Lust hat, den Äußeren Radlring zu schließen, darf natürlich gern weiterradeln.
Bringt gute Laune und gutes Wetter mit! Unterwegs wird es für Mitradler*innen einige Überraschungen geben.
es brennt – wir stellen uns am 3. Oktober 2026, am Tag der deutschen Einheit, überall zu Menschenketten auf. Komm rechtzeitig, damit die Ketten um 12 Uhr geschlossenen sind. In München vom Reiterdenkmal am Odeonsplatz bis zum Geschwister-Scholl-Platz. Um 12:45 Uhr treffen wir uns zur Abschlusskundgebung auf dem Geschwister-Scholl-Platz.
VCD Debatte am Mittwoch, 14. Oktober 2026 um 19 Uhr (online / Zoom)
Sicherere Radinfrastruktur durch KI?
Zwischenergebnisse des Projekts vom Radentscheid München mit Go-Bike von BlossomEdge
Wie viele brenzlige Momente hast du diesen Sommer auf dem Rad erlebt? Der Überholvorgang mit 30 cm Abstand. Die zugeparkte Radspur, die dich auf die Fahrspur zwang. Das abbiegende Auto, das dich einfach übersah. Doch solange kein Unfall passiert, gibt es keine Statistik. Und was unsichtbar bleibt, spielt in der Planung keine Rolle.
Genau da haben wir in einem gemeinsamen Pilotprojekt mit dem Radentscheid München angesetzt. Mit unserer App “Go-Bike” haben wir bisher ca. 24 000 Gefahrenmomente in München geolokalisiert erfasst und ausgewertet. Ein guter Moment für ein Zwischenfazit und einen Blick auf erste interessante Ergebnisse.
Dominik Busching ist einer der Gründer und Produktchef von BlossomEdge. Die Firma entwickelt digitale Sicherheitslösungen für Mikromobilität. Kern dabei sind KI-Modelle, die Gefahren im Radverkehr so wahrnehmen können wie ein aufmerksamer Mensch. Hierzu bringen Dominik und sein Mitgründer ihren Hintergrund in quantitativer, kognitiver Psychologie ein.
Wann? Mittwoch, 14. Oktober 2026, 19 Uhr als Online-Veranstaltung Wo? virtuell über Zoom Anmeldung bitte unter folgender Emailadresse: debatte@vcd-muenchen.de. Der Link wird am 13.10.2026 an die Angemeldeten verteilt.
Weitere Planung
Weitere Debatten sind in Planung für den 19.11.2026 und 03.12.2026. Details demnächst!
Die VCD Debatte
In der VCD Debatte wird ein Thema von einer Referentin oder einem Referenten vorgestellt. Anschließend wird über das Thema gesprochen. Alle Teilnehmenden können sich mit ihrer Ansicht einbringen. Mal hitzig, mal eher einvernehmlich, gibt die Debatte immer guten Input für die Meinungsbildung und gegebenenfalls für ein weiteres Vorgehen. Damit die Teilnahme möglichst einfach wird, halten wir die Debatte in der Regel virtuell über Zoom ab.
Gerne Vorschläge zu Debatten oder zu Referent*innen machen! Dazu bitte eine Mail an debatte@vcd-muenchen.de. Auch wer gerne regelmäßig zu unseren VCD Debatten eingeladen werden möchte, kann dies durch eine kurze Mail an debatte@vcd-muenchen.de veranlassen.
Die Präsentation bzw. das Video der Präsentation gibt nicht zwangsläufig die Meinung des VCD München wieder.
Die VCD Debatte nachlesen …
Die Einführung wird in der Regel mitgeschnitten (Zoom) oder aufgenommen (Präsenzveranstaltung). Die Präsentation steht auch anschließend als Datei zum Herunterladen zur Verfügung, und der Link auf das Video (YouTube) ebenfalls. Bitte auf das entsprechende Bild oder den Text der Debatte klicken, und schon geht es auf eine Unterseite für genau diese Debatte.
An der Kreuzung Ludlstraße – Senftenauerstraße gibt es jetzt neu eine höhengleiche Ausführung des Rad- und Fußverkehrs. Aus diesem Anlass lädt der VCD zu einer kleinen Exkursion ein.
Datum: 13. August um 18:30 Uhr
Treffpunkt: Laimer Platz (Haltestelle Trambahn Richtung Gondrellplatz)
Fahrt mit der Tram 14 zum Gondrellplatz
Zu Fuß durch die Ludlstraße bis zur Kreuzung Senftenauerstraße
Fotoshooting …
Weiterfahrt mit Tram und Bus Richtung Hirschgarten (Biergartenbesuch zum Ausklang)
Die Tour kann alternativ auch mit dem Fahrrad unternommen werden.
Wenn Barrieren Expertinnen hervorbringen:
Frauen mit niedrigem Einkommen und ihre Sicht auf die Mobilitätswende
Lea Keckert stellte die Ergebnisse ihrer Masterarbeit vor. Ihre Folien begann sie mit einer theoretischen Einordnung. In Mobilitätsplanung und Verkehrspolitik sowie auch in Datenerhebungen wird zu wenig auf Gender Rücksicht genommen. Dies führt zu einer einseitigen Verschiebung zu Lasten von Frauen und speziell von marginalisierten Bevölkerungsgruppen. Deshalb wählte Lea als Zielgruppe ihrer Arbeit Frauen mit geringem Einkommen aus verschiedenen Altersschichten.
Die Fragen, welche sie anhand von Interviews beantworten wollte, waren: Wie wirken sich Maßnahmen der Mobilitätswende auf diesen Personenkreis aus, und wie kontrastieren sie zu den Bedürfnissen? Sie wählte hierzu für neun Interviews Personen aus, die das betrachtete Feld an Bedürfnissen und Auswirkungen möglichst breit abdecken. Für die Beurteilung der Auswirkungen wurden 11 Maßnahmen ausgewählt, teils aus konkreten Programmen, teils aus allgemeinen Mobilitäts-Beobachtungen (z. B. Anstieg Fahrradnutzung).
In den Ergebnissen wurde bei der Verkehrsmittelnutzung beobachtet, dass zwar jede der Personen viel zu Fuß geht, sie aber praktisch kein Auto nutzt, allenfalls als Beifahrerin, und dass die Radnutzung eine völlig untergeordnete Rolle spielt. Dies liegt auch teilweise daran, dass die hier betrachteten Frauen besonders häufig keine Erfahrung im Radfahren haben, kein eigenes Rad besitzen und deshalb häufiger im ÖV unterwegs sind.
Am Beispiel von Fußgängerunterführungen wurde gezeigt, dass die Beurteilung oft mehrdeutig ist: Zeitvorteil bei der Nutzung gegenüber der oberirdischen Ampel kontrastiert mit dem Unsicherheitsgefühl bei der Nutzung (Angstraum). Hier setzt auch eine Empfehlung an, konsequent Angsträume zu reduzieren.
Fazit: Mobilitätswende wirkt vorwiegend positiv auf die befragten Frauen, speziell hinsichtlich Fußverkehr und ÖPNV-Nutzung. Finanzielle Unterstützung ist wichtig. In der Erfüllung der Bedürfnisse ist noch viel Luft nach oben.
In der anschließenden Diskussion ging es unter anderem um die Frage, wie die Sichtweise der hier behandelten Personengruppe im Kontext der Verkehrsplanung und -politik stärker berücksichtigt werden könnte. Ein Problem dabei ist, dass diese Gruppe besonders wenig mit den üblichen Beteiligungsformaten abgeholt wird und dadurch auch keine Stimme erhält. Auch in Vereinen, Verbänden, u. ä. sind sie nicht vertreten. Neben fehlenden technischen Hilfsmitteln (Nutzung von Handy, Computer, Apps) gibt es weitere Barrieren wie beispielweise mangelnde Zeit, Mobilität sowie finanzielle Ressourcen.
Angebote können durch diese Frauen dann genutzt werden, wenn sie extrem niederschwellig angelegt sind, wie es beispielsweise das 9-Euro-Ticket war, welches die Mobilitätsarmut der Betroffenen für eine gewisse Zeit tatsächlich minderte.
Sigrid Eck, Heiko Bielinski und Wiebke Hederich von der Initiative Parkraumwende erläuterten die Parkraumsituation in der Münchner Innenstadt und stellten Lösungsmöglichkeiten vor.
In München gibt es immer wieder Konflikte bei der Neuverteilung des öffentlichen Raums, wenn z. B. neue Radwege oder Fußgängerzonen beschlossen werden und Parkplätze entfallen. Durch Überbuchung in Parklizenzgebieten (ca. 120.000 Lizenzen bei gut 90.000 Parkplätzen) entsteht Parksuchverkehr und Frust bei den Lizenzinhaber*innen. Gleichzeitig sind die Parkhäuser in der Innenstadt nicht ausgelastet. Dazu gibt es Datenmaterial. Ebenso stehen private und Behörden-Tiefgaragen in München zu weiten Teilen leer. Dies sind Ergebnisse von Stichproben. Eine offizielle Statistik über die Anzahl privater PKW-Abstellplätze in den Münchner Stadtvierteln existiert nicht.
Die Initiative Parkraumwende hat begonnen, Daten zu privatem Parkraum zu sammeln, und stellt diese als Karte im Web zur Verfügung. Da noch viele Daten fehlen, bittet die Initiative um Mitarbeit beim Datensammeln.
Generell lässt sich aber sagen, dass viel ruhender Verkehr vom öffentlichen Parkraum in den privaten Parkraum umgeleitet werden könnte. Aber, wer geht in die Kneipe, wenn es vor der Tür Freibier gibt?
Die Obergrenze von 30,70 € pro Jahr für Bewohnerparklizenzen ist nicht in Stein gemeißelt, sie könnte für nicht vorrangige Nutzer ausgehebelt werden. Bei Lizenzanträgen trotz vorhandenem Stellplatz, für Firmen, Zweitwagen oder Fahrzeuge mit Übergrößen könnten Ausnahmegenehmigungen ausgestellt werden. Dabei sind heute schon Gebühren bis zu 767 € pro Jahr rechtlich erlaubt.
Eine weitere Möglichkeit ist das Landauer Modell. Dort gibt es kein Parklizenzgebiete, sondern normale Parkraumbewirtschaftung mit Dauerparkausweis für z. Zt. 30 € pro Monat. Obergrenze in Bayern liegt bei 15 € pro Tag bzw. 250 € pro Monat.
Ein dritte Möglichkeit ist die Entwidmung von Verkehrsflächen und die anschließende privatrechtliche Vermietung von Stellplätzen. Zum Beispiel unter Stelzengebäude oder Brücken.
Ein weiterer sozialer Aspekt ist die Zwangsmiete für Stellplätze, die man oft mitmieten muss, auch wenn man kein Auto besitzt. Die Weitervermietung ist wegen der günstigen Alternativen im öffentlichen Raum oft nur mit Verlusten oder gar nicht möglich.
In der anschließenden Debatte wurden Fragen oder Erfahrungsberichte besprochen. U. a. ging es um die Tiefgaragen von Landratsamt München, Patentamt oder Münchner Rück. Ohne Kooperation mit den Eigentümern gelingt die private Vermietung leerer Stellplätze nicht. Auch dass Gastronomie und (Bau-)handwerk bei Dauernutzung von Straßenflächen deutlich höhere Gebühren zahlen, wurde angesprochen.
Herzlichen Dank für Eure Arbeit, liebe Parkraumwende, und bei den Teilnehmenden für ihre Beteiligung!
Unsere Kinder verdienen sichere Straßen – heute, nicht irgendwann! Jeden Tag radeln Kinder zur Schule, Familien in den Park, Menschen durch ihre Gemeinde, ihre Stadt. Doch zu oft fehlt der Platz, fehlt der Schutz, fehlt das Gefühl: Hier kann ich sicher Rad fahren.
Etwas Licht, aber auch viel Schatten im neuen Koalitionsvertrag
Der Verkehrsclub Deutschland Kreisverband München sieht positive Ansätze in der Koalitionsvereinbarung für die Stadtratsperiode 2026 bis 2032, aber leider viel zu wenig Konkretes.