S-Bahn-Pünktlichkeit
Pressemitteilung vom 13.04.2026
S-Bahn-Pünktlichkeit muss für Fahrgäste nachvollziehbar werden
Der Verkehrsclub Deutschland fordert den Freistaat auf, die Fahrgastsicht bei der S-Bahn-Pünktlichkeit deutlich stärker zu berücksichtigen.
Die Pünktlichkeitsquote dürfe ausgefallene Züge nicht weiter ausklammern, fordert Wolfram Liebscher, Sprecher des VCD München. Derzeit beinhaltet sie keine ausgefallenen Züge. Dies sei unverhältnismäßig, weil der Betreiber Züge besser ausfallen lässt, als mit Ersatzzügen zu reagieren.
Liebscher spricht sich für eine Verschärfung der Regeln aus: Die Zeit bis zur nächsten fahrbaren Verbindung muss als Verspätung für jeden ausfallenden Zug in die Pünktlichkeitsquote einfließen. Denn der Fahrgast hat ja einen Zeitverlust – kein Grund, diesen nicht zu werten.
Weitere Forderungen des VCD sind:
- Deutliche Vertragsstrafen für ausfallende Züge einfordern
- Jede Verspätungsminute werten, denn bereits bei wenigen Minuten Verspätung gehen schon Anschlussverbindungen verloren
- Die Hauptverkehrszeit adäquat in der Pünktlichkeitsquote gewichten, also die stärkere Nutzung dieser Züge entsprechend einfließen lassen
- Online-Statistik über alle unpünktlichen oder ausfallenden Züge taggenau veröffentlichen
Letzteres ist für Fahrgäste besonders wichtig, um geplante Verbindungen rechtzeitig kalkulieren zu können. Derzeit ist dies so gut wie unmöglich, obwohl die Daten ja minutiös erfasst werden.
Dass S-Bahn-Statistiken erst bis zu acht Monate verspätet veröffentlicht werden, sieht VCD-Sprecher Christoph von Gagern als „deutlich verbesserungsbedürftig“ an. Auf der BEG-Website sei die Pünktlichkeit der S-Bahn für das zweite Halbjahr 2025 erst seit April 2026 abrufbar. Was mit dieser Verzögerung bezweckt werde oder warum es so lange dauert, die Daten aktuell nachzutragen, ließe nur unnötig Raum für Spekulationen.
Ein offener, ehrlicher Umgang mit der Pünktlichkeit, so betont Gagern, sei die erste und beste Voraussetzung für den Kampf gegen Unpünktlichkeit im S-Bahn-Netz. „Sonst ändert sich nichts“.
Der VCD hofft auch, dass mit Antritt des neuen Geschäftsführers Matthias Glaub ein verbessertes Pünktlichkeitsmanagement bei der S-Bahn München Einzug hält und das Thema im Sinne der Fahrgäste neu gedacht wird.
Ansprechpartner VCD Kreisverband München e. V.:
Wolfram Liebscher, Sprecher, Tel. 0177-6688778
wolfram.liebscher@vcd-muenchen.de
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