Gehwege frei für den Fußverkehr!
Pressemitteilung vom 26.11.2025
Die Gehwege in München müssen für den Fußverkehr frei gehalten werden. Dies fordert der VCD München mit Nachdruck.
Wie die Presse berichtet, ist Münchens OB Dieter Reiter der Meinung, man solle in München Gehwegparken großflächig erlauben. Denn nur wenn das Gehwegparken mit dem Verkehrsschild 315 angeordnet wird, steht ein parkendes Auto legal. In allen anderen Fällen handelt es sich um illegales Parken, welches mit Bußgeld geahndet wird.
Reiter bezeichnet die Maßnahmen, in München endlich das Gehwegparken zu unterbinden, als ideologiegetriebene Politik. Rudolf Heunisch, Sprecher im VCD-Kreisverband München, meint: „Es zeugt doch umgekehrt von ideologiegetriebenem Verhalten, wenn ein Oberbürgermeister die Rechte des Fußverkehrs gravierend ignoriert und sich stattdessen ausschließlich für den Autoverkehr einsetzt. Die Gehwege sind angelegt, damit Fußgängerinnen und Fußgänger sich sicher und zügig bewegen können.“
Die ins Spiel gebrachte Mindestbreite von 1,60 m ist definitiv zu wenig, um zu dritt bequem nebeneinander zu gehen. Auf dem veröffentlichten Foto von Reiter, Dietl und Kaufmann ist eine Restbreite von mehr als 1,90 m zu sehen. Die Breite muss ausreichen, um auch Begegnungsverkehr von Rollstühlen, Rollatoren, Kinderfahrrädern, Kinderwägen u. a. zu erlauben. Auch der Schutz des Fußverkehrs vor geöffneten Autotüren ist wichtig. Deshalb fordert der VCD, die Gehwege mit einer Mindestbreite von 2,50 m zu gewährleisten. Eine Restbreite von 1,80 m muss die absolute Ausnahme bleiben, z. B. bei Schanigärten. Christoph von Gagern, Sprecher im VCD-Kreisverband München, stellt klar: „Die gerechte Aufteilung des Straßenraums verlangt, dass endlich die Priorisierung des Autos beendet wird. Auch die anderen Verkehrsteilnehmer wie Radverkehr oder Fußverkehr müssen die für sie notwendigen Flächen ohne Einschränkung nutzen können.“
Der Antrag der SPD für die Anordnung von Gehwegparken[1] ist ein Schlag gegen die Rechte des Fußverkehrs, gegen die Sicherheit auf den Gehwegen, und gegen alle Konzepte, welche im Rahmen der Mobilitätsstrategie erarbeitet wurden. Auch in Laim gibt es entsprechende Anträge der CSU[2]. Die Stadt München hat sich in den letzten Jahren verstärkt um Fortschritt in der Mobilität bemüht; nun sieht alles so aus, als ob es viele Schritte zurück geben wird. Demonstrationen vor dem Polizeipräsidium und anschließende Runde Tische haben dazu geführt, dass in ersten Bereichen der Stadt gegen das illegale Gehwegparken vorgegangen wird. Bestandsaufnahmen des illegalen Gehwegparkens haben in Laim und Bogenhausen stattgefunden[3].
Anzumerken ist auch, dass inzwischen viele Fahrzeuge mit mehr als 2,8 Tonnen Gesamtgewicht fahren. Für diese ist Gehwegparken generell untersagt! Nur wissen das die Fahrer und Fahrerinnen auch? Die Gesetzgebung in Berlin hat versäumt, dies auf 3,5 Tonnen anzupassen. Dies geschah wohl auch mit dem Gedanken, dass die Gehwege dann noch häufiger beschädigt werden, wenn auf ihnen geparkt wird.
Beim VCD-Bundesverband läuft bis 05.12.2025 die Aktion „Freie Gehwege“[4]. Es werden in ganz Deutschland Straßen zusammengetragen, in welchen illegales Gehwegparken stattfindet. Die Ergebnisse werden im kommenden Frühjahr an die LHM weitergegeben.
Ansprechpartner VCD Kreisverband München e. V.:
Christoph von Gagern, Sprecher, Tel. 089 – 75 96 83 21
christoph.von.gagern@vcd-muenchen.de

Foto: Demonstration „Park-Dilemma“ in Giesing, September 2025
Unüberwindbares Hindernis für Rollstuhlfahrerin
[1] https://risi.muenchen.de/risi/dokument/v/9431207
[2] https://risi.muenchen.de/risi/dokument/v/9431100
[3] https://umap.openstreetmap.de/de/map/freie-wege-mappatura_130467#13/48.142208/11.524744
[4] https://www.vcd.org/artikel/vcd-mobi-check-freie-gehwege
Hier ist der Text der Pressemitteilung zum → Download
