
BaumEntscheid München – Gut fürs Stadtklima?
In einer kurzen Zusammenfassung stellte Christoph von Gagern vom VCD KV München die Inhalte und Ziele des Bürgerbegehrens vor. Die drei Ziele sind: Flächendeckendes Baumnetz, Begrünung und Kühlung besonders belasteter Hitzequartiere, und Schaffung neuer Baumstandorte. Dies soll bis 2040 umgesetzt sein. Über 50 000 Unterschriften konnten beim Bürgerbegehren gesammelt werden, deutlich mehr als die benötigten 33 000. Es ist zu erwarten, dass der Stadtrat das Begehren entweder vollumfänglich oder leicht modifiziert übernimmt.
Jedoch kann es bei der Umsetzung zu Konflikten kommen. Die Finanzen sind ein wesentlicher Aspekt, möglicherweise können Fördermittel verwendet werden. Baumpflanzungen dürfen nicht mit der Mobilitätswende konkurrieren, wo für mehr Infrastruktur für den Fuß- und Radverkehr auch Flächen im öffentlichen Raum gebraucht werden. Zudem wird es Jahrzehnte dauern, bis die Baumkronen groß geworden sind und ihre Wirkung für Schatten und Verdunstung entfalten.
Die lebhafte Diskussion griff viele der Punkte auf und ergänzte sie mit Beispielen. So wurden in Straßburg beim Bau neuer Tramanlagen großzügige Baumpflanzungen gemacht. In Würzburg konnte sich schon kurz nach der Pflanzung von Linden der kühlende Effekt einstellen. In Mendoza (Argentinien) wurden Kanäle in die Straßen integriert, mit deren Hilfe Bewässerung stattfinden kann. In Madrid gibt es ein eigenes Versorgungsnetz mit Brauchwasser für die Bewässerung des Grüns.
Die Erwartungen in den Erfolg des Bürgerbegehrens sind gedämpft durch die Befürchtung, dass es bei der Umsetzung zu Verzögerungen und Interessenskonflikten kommt. Diese Skepsis hinsichtlich dem politischen System wurde von verschiedenen Seiten geäußert.
Interessant war auch die Diskussion um den Schutz der Baumscheiben. Da generell der Wurzelbereich in etwa die Größe der Krone hat, muss er vor Verdichtung durch parkende Autos und ähnlichem geschützt werden. Leider gibt es negative Beispiele, wo die Ordnungsbehörde dies nicht berücksichtigt. Auch über die Größe der Baumgruben wurde gesprochen und der Aspekt eingebracht, dass eine große Grube ja auch einen Wasserspeicher darstellt.
Aus den verschiedenen Bezirksausschüssen kamen dann noch Beobachtungen, dass beantragte Pflanzungen nur schleppend umgesetzt werden, und dass damit Bürgeranträge oft in der Prioritätenliste weit nach hinten rutschen. Es scheint wichtig zu sein, die Entsiegelung der Flächen weiter voranzutreiben, und auch die Bedeutung des Denkmalschutzes zu relativieren. Gegenüber den Bedürfnissen in Zeiten des Klimawandels darf er nicht mehr Entscheidungen dominieren.
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