Diskussionsforum   Kontakt

Zwei Startbahnen am Münchner Flughafen sind genug

Die Kapazität der beiden vorhandenen Bahnen reicht auf unabsehbare Zeit aus, denn der Luftverkehr stagniert seit Jahren. OB Dr. Christian Ude sagte im Januar 2010 gegenüber der tz: „Ein mehrjähriges Moratorium zur Klärung der anstehenden Finanzierungsfrage verschafft ausreichend Zeit, die Bedarfsentwicklung auf dem Flughafen zu studieren“. Nach Meinung des VCD soll der Flughafen zuerst seine Altschulden verzinsen und tilgen, bevor weitere Steuergelder hinein gepumt werden. Das müssten sogar Leute einsehen, für die wirtschaftliche Überlegungen Vorrang vor dem Erhalt der Natur und dem Schutz der Menschen haben.

Deshalb ist der VCD München Mitglied im Aktionsbündnis aufgeMUCt von über 70 Vereinen und Bürgerinitiativen.

Leistungsfähige Ring- und Querverbindungen für den öffentlichen Verkehr statt weiterer Tunnel durch die Innenstadt

In München gibt es nicht zuwenige U- und S-Bahn-Linien ins Zentrum, sondern zuviele Menschen, die unfreiwillig durch die Innenstadt fahren müssen, um ihre eigentlichen Ziele zu erreichen.

Der VCD München fordert den Ausbau von Quer- und Tangentialverbindungen, auf denen man die überlasteten Innenstadt-Strecken umfahren kann, wie das für Autofahrer selbstverständlich ist. Dann wird es auf den heutigen Linien wieder genug Platz geben für die Leute, die tatsächlich in die City fahren möchten.

Vorschläge hierzu: Trambahn-Westtangente; Tram Schwabing-Bogenhausen; Stadtumlandbahn; provisorische Haltepunkte für Regionalzüge am Kolumbusplatz und an der Lindwurmstraße.

Nein zum zweiten S-Bahn-Tunnel nach derzeitigem Planungsstand

Auch wenn die zweite S-Bahn-Röhre voraussichtlich an der Finanzierung scheitern wird, darf nicht in Vergessenheit geraten, dass die Planungen den meisten Fahrgästen mehr Nachteile als Verbesserungen beschert hätten: Weitere Wege, weniger Umsteigemöglichkeiten, Taktverschlechterungen auf mehreren Außenästen: Der 2. Tunnel verschlingt Gelder, die für die bessere Bedienung und den Ausbau der Strecken im Umland fehlen.

Es gibt auch kein nachvollziehbares Störfallkonzept, eine Umleitung von Zügen durch den anderen Tunnel ist gar nicht machbar. D.h. die Fahrgäste werden bei Störungen - wie seit 40 Jahren - an irgendeiner Station stranden und sich selbst einen Weg suchen müssen, begleitet von irreführenden, unverständlichen oder ausbleibenden Durchsagen.

Eine ausgezeichnete Analyse der aktuellen Verhältnisse und der unhaltbaren Verheißungen des zweiten Tunnels hat Stadtrat Dr. Georg Kronawitter (CSU) veröffentlicht. Auch die Positionen der Bürgerinitiative S-Bahn-Tunnel Haidhausen und des Landtagsabgeordneten Dr. Martin Runge (Grüne) findet der VCD unterstützenswert. Mehr Sachkunde als mancher Mandatsträger weist auch diese Facharbeit einer Schülerin auf.

Wir fordern einen Planungsstopp und die faire Neubewertung der Alternativen, als da wären: der S-Bahn-Südring, der Nordtunnel und das Zweisystembahn-Konzept des VCD aus dem Jahre 2002.

Zeitdruck für den Bau einer Entlastungsstrecke gibt es nicht, denn die Kapazität der Stammstrecke ist keineswegs ausgereizt, wie immer wieder fälschlich behauptet oder ahnungslos nachgeplappert wird: Sogar in den Stoßzeiten verkehren die meisten Linien nur als Vollzüge (Bahn-Jargon für 2 gekoppelte Einheiten). Dreiteilige Langzüge würden also die Kapazität um über 40% erhöhen, ohne dass ein neuer Tunnel gebaut werden muss. Und der überfällige Ausbau der Außenäste samt Taktverdichtungen sind machbar, ohne dass zusätzliche Züge auf der Stammstrecke fahren müssen.

Unserer Überzeugung nach kann die Störanfälligkeit des heutigen Systems durch verbesserte Steuerungstechnik verringert werden, zu einem Bruchteil der Kosten eines zweiten Tunnels. Die meisten massiven Störungen der letzten Jahre gingen von den Stellwerken aus. Unflexible Leittechnik ist auch der Grund, warum ursprünglich pünktliche Züge vor der Einfahrt in die Stammstrecke verspätete andere Bahnen abwarten müssen.

Für ein kundenfreundliches Tarifsystem im MVV

Streifenkarte, Tageskarte, Kurzstrecke, Airport-City-Ticket - Was gilt wann, kann man Tickets kombinieren um zu sparen, was muss und was darf keinesfalls gestempelt ("entwertet") werden?

Da kann man schnell durcheinander kommen. Aber geht's nicht einfacher, hat der VCD gefragt und den Test gemacht: Wir haben den MVV mit drei weiteren Verbünden verglichen und festgestellt: München ist Spitze: Bei der Anzahl der Ticket-Arten (etwa 30), bei der Zahl der Fahrpreise (ca. 130 verschiedene). Und es gibt viele Ungereimtheiten im Tarifsystem. Darum legen wir dem MVV nun unsere Analyse vor. Und wir setzen uns ein dafür, dass sich was ändert. Für die Münchner und auch die Gäste, die sich in München unkompliziert und umweltfreundlich bewegen wollen.

Förderung des Radverkehrs

Die von der Stadtregierung im April 2009 vollmundig angekündigten Maßnahmen zur Förderung des Radverkehr begleiten wir kritisch. Mit ein paar zusätzlichen Radwegen, einer Image-Kampagne und einem Verkehrserziehungsclown ist es nämlich nicht getan. Der VCD hat längst benannt, was Radler behindert und viele Menschen vom Radeln abhält:

Attraktiven Radverkehr stellen wir uns anders vor.

Rückgewinnung der Gehwege für die Fußgänger

In hunderten Münchner Straßen parken Kraftfahrer ohne jegliches Unrechtsbewusstsein auf Rad- und Gehwegen. Die Polizei geht dagegen praktisch nicht vor, und die Stadtverwaltung erteilt Zustelldiensten, Lieferanten und Handwerkern Freibriefe zum Gehwegparken. Diese werden weidlich genutzt, auch wenn Ladezonen oder freie Parkplätze vorhanden sind, und ungeniert auch für private Besorgungen.

Wir wollen diese rechtswidrig okkupierten Flächen wieder für Fußgänger, Rollstuhlfahrer, Kinderwagen, Kinderräder etc. zurückgewinnen.

Die Dauerthemen: Feinstaub und Lärm

Trotz einschlägiger Schutzbestimmungen sind die Belastungen durch Feinstaub oder Lärm stellenweise unerträglich. Für wirksame Maßnahmen fehlt offensichtlich der politische Wille. Wir melden uns immer wieder zu Wort.

Überparteilich für nützliche und bezahlbare Lösungen

Die Verkehrspolitik der politischen Parteien wird von allen möglichen, oft nicht durchschaubaren Interessen geprägt. Beispiel 2. S-Bahn-Röhre und 3. Startbahn: Mehrere Parteien vertreten im Stadtrat andere Position als in den Landkreisen oder im Landtag. Der VCD wägt Kosten, Auswirkungen und Nutzen für die Bürger gegeneinander ab, und arbeitet in München, im Umland und in Bayern für dieselben Ziele.

Seite weiterempfehlen Seite drucken